Interview

// Wie bist Du zum Snowboarden gekommen?
Mit drei Jahren habe ich mit dem Skilaufen angefangen. Später habe ich mich nur mal so zum Spaß aufs Snowboard gestellt. Daraus hat sich dann eine ganz schöne Eigendynamik entwickelt, und mit elf, zwölf Jahren bin ich komplett aufs Snowboard umgestiegen.

// Seit den olympischen Winterspiele in Turin bist Du allen Wintersportfans in Deutschland ein Begriff. Welchen Stellenwert hat die Olympiateilnahme für Dich?
Da hat sich für mich ein Kindheitstraum erfüllt. Die Winterspiele in Lillehammer waren die ersten, die ich bewusst mitbekommen habe, und seitdem habe ich davon geträumt, selber einmal dabei zu sein. Die Wettkämpfe sind ja eigentlich dieselben wie sonst auch, aber das ganze Drumherum mit Medien, Fans und Security ist einfach unvergleichlich und war eine unglaublich tolle Erfahrung!

// Was ist das für ein Gefühl, eine olympische Silbermedaille zu gewinnen?
Eine wahnsinnige Erfahrung! Die Siegerehrung auf der Medal Plaza war einfach toll. Das Gefühl kann man gar nicht richtig in Worte fassen. Schon im Fernsehen fand ich diese Siegerehrungen immer ergreifend, aber das TV bringt vielleicht gerade mal einen Bruchteil rüber…

// Welches Ereignis war für dich das Wichtigere – der Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2006 oder der Sieg im Parallel-Gesamtweltcup 2009?
Die Silbermedaille war wie gesagt ein Kindheitstraum, der Gewinn des Gesamtweltcups war danach das nächste große sportliche Ziel. Beides waren sehr unterschiedliche Erfolge und sind nicht wirklich miteinander vergleichbar.

// Wie sehen Deine sportlichen Ziele für die Saison 11/12 aus?
Ich möchte mich im Weltcup beweisen, konstant gute Ergebnisse einfahren und zeigen, dass es auch als “Mama” möglich ist, Leistungssport zu betreiben.

// Seit September 2010 bist du junge Mutter – wie bringst du Deine Sportkarriere und dein Söhnchen Lorenz unter einen Hut?
Bisher ganz gut. Ich werde toll von meiner Familie unterstützt und habe meinen Sohn samt seines “Betreuerstabs” (also mir und seiner Oma) immer dabei. Es ist mir wichtig, ihn ganz in meiner Nähe zu wissen und somit nichts zu verpassen.

// Bleibt Dir zwischen Familie und dem Sport auch noch Zeit für andere Dinge? Wie verbringst du Deine freie Zeit am Liebsten?
Es bleibt sehr wenig Zeit. Falls doch mal ein bisschen übrig ist, verbringe ich diese sehr gerne mit Bergsteigen, meinen kleinen Lorenz trage ich dabei immer in der Kraxe auf dem Rücken. Ansonsten habe ich noch einige Reiseziele, die ich gerne in den nächsten Jahren in Angriff nehmen möchte!

// Welche Überschrift würdest du gerne einmal über Dich in der Zeitung lesen?
Amelie Kober feiert 100. Geburtstag.

Schnellfragen

// Wenn du nicht Sportlerin geworden wärest, welchen Beruf hättest du dann gelernt?
Schneiderin vielleicht?

// Was machst du beim Wettkampf anders als deine Konkurrenz?
Ich muss vorher und nachher Windeln wechseln… Bei Lorenz!!!

// Sport ist harte Arbeit und Disziplin. Was ist die härteste Übung in deinem Trainingsplan?
Das Sprungkraft-Ausdauer Programm.

// Was isst und trinkst du am Tag des Wettkampfs?
FAB und gesundes Leichtverdauliches…

// Und was direkt danach?
Was mir schmeckt!!

// Was wäre der Titel für einen Film über deine Sportlerkarriere?
Berg auf, Berg ab, … Berg auf!!

// 3 Dinge, die man in seinem Leben gemacht haben sollte?
Reisen, Erleben, ein Zuhause finden.

// In welcher TV-Serie würdest du gerne mitspielen?
Scrubs. – Ich wäre der Gehilfe des Hausmeisters.

// Wenn du 20 Jahre voraus schauen könntest: Was machst du da?
Ich bin hoffentlich glücklich und gesund und mache irgendetwas Kreatives.

// Welche drei Dinge dürfen in deiner Tasche nicht fehlen?
Windeln, Reisepass und Kreditkarte.

// Welche Musik hörst du momentan am liebsten?
Pearljam, Matchbox 20

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